Die Möhne verbindet die Gemeinden Niederbergheim, Allagen, Mülheim/ Sichtigvor, Waldhausen und Belecke (von links nach rechts)
Das ZUKUNFTSBILD unseres Erzbistums
Berufung. Aufbruch. Zukunft.

 

Foto: pdp
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  

Paderborn, 25. Oktober 2014.
Mit einem Diözesanen Forum endete heute der zehnjährige diözesane Prozess „Perspektive 2014“ im Erzbistum Paderborn. Zu der Veranstaltung, die am Vortag des Herbstlibori-Festes in der PaderHalle sowie im Hohen Dom zu Paderborn stattfand, kamen über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Unter dem Leitwort „Berufung. Aufbruch. Zukunft“ setzte Erzbischof Hans-Josef Becker das neue Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn in Kraft. Es beschreibt die grundlegenden Haltungen sowie theologische und pastorale Leitmotive für die Entwicklung der Erzdiözese in den kommenden Jahren.

Die Teilnehmer des Diözesanen Forums – Priester und Laien, Haupt- und Ehrenamtliche, Frauen und Männer, die sich in Pastoralen Räumen und Pfarreien, Einrichtungen, Verbänden und Gremien engagieren – waren aus den verschiedenen Regionen des Erzbistums nach Paderborn gekommen. Das Forum bildete so einen Querschnitt der vielen Menschen ab, welche der Kirche im Erzbistum Paderborn ein Gesicht geben.

Die Veranstaltung begann mit einem Impulsfilm, der wichtige Meilensteine der „Perspektive 2014“ Revue passieren ließ. Als Projektionsfläche diente – wie während der gesamten Veranstaltung – eine vier Meter hohe Sonderanfertigung jenes Kreuzes, welches zugleich das Logo des Zukunftsbildes ist. Erzbischof Hans-Josef Becker begrüßte die Teilnehmenden: „Wir sind heute hier, um die wichtige Wegstrecke der ‚Perspektive 2014’ abzuschließen, aber auch, um sofort die neue Wegstrecke der Umsetzung der Erkenntnisse zu eröffnen. Schon an dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich auf dem gesamten Weg engagiert haben.“

Im Anschluss gab Erzbischof Becker in einem Interview mit Moderator Carl Otto Velmerig Auskunft zu Funktion, Bedeutung und Notwendigkeit des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn. Seit seinem Amtsantritt im Jahre 2003 habe er bei zahlreichen Visitationen im Erzbistum festgestellt, dass die Glaubensverkündigung grundsätzlich neu gedacht werden müsse, berichtete er. Zugleich habe er das große Engagement vieler Christen in dieser schwierigen Umbruchsituation gespürt, was für ihn eine „große innere Motivation“ gewesen sei, um den diözesanen Prozess der „Perspektive 2014“ zu initiieren. Für die bisherigen Resonanzen auf diesem Weg sei er „unendlich dankbar“. Er habe die Gewissheit, dass das Erzbistum Paderborn auf diesem Weg nicht allein sei: „Gott geht mit uns, er ist mit der Wirklichkeit seiner Gegenwart mit uns auf dem Weg.“

Zusammen mit Erzbischof Becker bildeten Generalvikar Alfons Hardt, Prälat Thomas Dornseifer, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, und Monsignore Dr. Michael Bredeck die Lenkungsgruppe „Perspektive 2014“. Generalvikar Hardt erklärte, dass es künftig eine Erkennungsgeste des Zukunftsbildes gebe: Menschen, die mit ihren Fingern ein Kreuz formen. „Ich lade Sie ein, diese Geste als Symbol für eine breite Identifikation mit dem Zukunftsbild auch für Fotos in den Gemeinden und Pfarreien zu nutzen und damit zu signalisieren: Ich bin Teil des Zukunftsbildes!“ Viele Teilnehmer des Forums nahmen diese Einladung schon während der Veranstaltung an und ließen sich mit der Geste fotografieren.

Prälat Thomas Dornseifer stellte das neue Logo des Zukunftsbildes, das dynamische bunte Kreuz, vor: „Viele bunte Flächen setzen sich zu einem Kreuz zusammen, das im Innersten von der elementarsten Form eines Kreuzes, das auf Jesus Christus verweist, zusammengehalten wird. So ist Jesus Christus Stütze und Orientierung für all die Flächen, die sich um ihn sammeln. Die bunten Flächen stehen für die Vielfalt an Einrichtungen und Gruppen der Kirche im Erzbistum Paderborn und gleichzeitig für alle Charismen, die die Kirche von Paderborn auf ihrem Weg in die Zukunft braucht. Diese Charismen zur Geltung zu bringen, ist ein Hauptanliegen des Zukunftsbildes“, erklärte Prälat Dornseifer.

Weitere Hauptanliegen des Zukunftsbildes wurden den Teilnehmenden im Anschluss vorgestellt: Die Mitglieder der Lenkungsgruppe machten die Forumsteilnehmer anhand von zwölf Kernaussagen in einer medialen Präsentation mit den zentralen Aussagen und Herausforderungen des Zukunftsbildes vertraut. So sei es beispielsweise eine existenzielle Aufgabe der Kirche, alle Menschen mit Gottes Gegenwart bekannt zu machen. In Verbindung damit stehe der Auftrag, die Liebe Gottes zu allen Menschen erfahrbar zu machen und einen respektvollen und achtungsvollen Umgang zu pflegen. Vertrauen und Verantwortung sowie kommunikative und partizipative Entscheidungsfindung sind weitere wichtige Schlagworte. Das Zukunftsbild ermutige außerdem dazu, Experimente zu wagen und Vielfalt zu ermöglichen: Da kirchliches Leben zunehmend pluraler werde, könne es nicht mehr für das ganze Erzbistum einheitliche Konzepte geben, vielmehr sei von Gemeinde zu Gemeinde ein passendes pastorales Angebot zu erarbeiten.

Im Anschluss an die Präsentation diskutierten die Teilnehmenden in offenen Gesprächsrunden, wo sie im Hinblick auf das Zukunftsbild Anlass zur Zuversicht und Hoffnung, aber auch zur Sorge sähen. Ihre Antworten notierten sie auf entsprechenden Karten und legten diese in vorbereitete Boxen. Im Plenum wurden einzelne Karten aus den Boxen gezogen und als Resonanz der Teilnehmenden mit den Mitgliedern der Lenkungsgruppe erörtert. Erzbischof Hans-Josef Becker ging auf die Sorge über die Unterschiedlichkeit der Gemeinden im Erzbistum Paderborn, beispielsweise in Bezug auf ihre Struktur und Größe, ein: „Auch wenn der vor uns liegende Weg von einigen Gemeinden vielleicht einfacher oder schneller beschritten werden kann als von anderen, so ist doch eines sicher: Wir gehen in eine gemeinsame Richtung! Dafür soll das Zukunftsbild eine Orientierung sein.“ Monsignore Dr. Michael Bredeck beantwortete eine Anfrage nach der Möglichkeit von Partizipation. Voraussetzung für echte Partizipation sei Transparenz, sagte Msgr. Dr. Bredeck: „Bedingungen für Entscheidungen müssen klar und transparent sein.“ Erzbischof Becker erklärte, dass das Zukunftsbild ganz eindeutig eine an caritativen Aufgaben ausgerichtete „Pastoral der Zuwendung und Hinwendung“ beinhalte, die von vielen Gläubigen im Prozess der „Perspektive 2014“ gefordert worden war. Mit Blick auf die Relevanz des Zukunftsbildes unterstrich er: „Ich werde an der Verbindlichkeit dessen, was wir heute auf den Weg bringen, keinen Zweifel lassen.“

Dann war es soweit: Durch seine Unterschrift setzte Erzbischof Hans-Josef Becker das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn in Kraft. „Jetzt muss mit Leben gefüllt werden, was wir begonnen haben. Ich werbe dabei bei Ihnen um einen Vorschuss an Vertrauen für die nun beginnende Aneignung, die nicht im Sinne einer Instruktion verstanden werden soll, vielmehr als aktive Auseinandersetzung“, sagte Erzbischof Becker bei der Unterzeichnung.


Erzbischof Hans-Josef Becker hat das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. (v.l.) Generalvikar Alfons Hardt, Msgr. Dr. Michael Bredeck, und Prälat Thomas Dornseifer.
Foto: pdp




Generalvikar Alfons Hardt erläuterte, mit welchen Arbeitsstrukturen das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn umgesetzt werden soll, was von Msgr. Dr. Michael Bredeck weiter erläutert wurde (vgl. dazu Anlage 1 zum Zukunftsbild). Zum 1. Januar 2015 wird im Erzbischöflichen Generalvikariat ein neues zentrales Projekt „Bistumsentwicklung“ eingerichtet, das unter der Gesamtprojektleitung von Msgr. Dr. Bredeck stehen wird. Es dient der Aneignung des Zukunftsbildes in der Verwaltungsbehörde des Erzbistums Paderborn und wird zehn Teilprojekte umfassen – von Fragen der Organisationsentwicklung im Erzbischöflichen Generalvikariat über das Teilprojekt „Evangelisierung“ bis hin zu Fragen der IT. Msgr. Dr. Bredeck wies auf die neue Homepage www.zukunftsbild-paderborn.de hin, die regelmäßig über die Projektfortschritte berichten werde. Prälat Thomas Dornseifer stellte einige künftige Daueraufgaben vor, zu denen etwa die Weiterentwicklung der „Pastoral der Berufung“ und die dauerhafte Unterstützung der Verwaltung in den Pastoralen Räumen zählen. 

Bevor die Veranstaltung in der PaderHalle mit einem „Besuch“ von Anja Geueke alias „Hedwig aus Attendorn“ und ihrem kabarettistischen Blick auf die „Perspektive 2014“ und das Zukunftsbild ausklang, wurde zum zweiten Teil des Diözesanen Forums übergeleitet: durch die Vorstellung einer Karte mit drei unterschiedlichen Wegen, die die Teilnehmenden zum Hohen Dom führte.

Im Hohen Dom vertieften die Forumsteilnehmer die Grundlagen und Herausforderungen des Zukunftsbildes geistlich. Der Gottesdienst wurde musikalisch von der Band des Worship-Cafés in Arnsberg gestaltet. Im Anschluss an die Begrüßung durch Erzbischof Hans-Josef Becker erzählten einzelne Teilnehmer stellvertretend davon, wo die Gegenwart Gottes für sie auf dem Weg der „Perspektive 2014“ spürbar war. Lioba Bieling, Referentin für Jugend und Familie im Dekanat Büren-Delbrück, berichtete von den guten Erfahrungen durch die Förderung „Innovativer Projekte in den Pastoralen Räumen“. Zwei starke Zeichen der Hoffnung hätten ihn beeindruckt, sagte Weihbischof Hubert Berenbrinker: die Begegnung mit zahlreichen Katecheten, die für junge Menschen ein authentisches Glaubenszeugnis ablegen würden, und die Ministrantenwallfahrt im August diesen Jahres nach Rom mit der großen Glaubensbegeisterung der Jugendlichen. Der Vorsitzende des Diözesankomitees, Ansgar Kaufmann erinnerte sich vor allem an seine Mitarbeit in der Perspektivgruppe „Pastorale Orte und Gelegenheiten“, in der mutige Ideen für die Zukunft entwickelt worden seien und das Wirken des Heiligen Geistes spürbar gewesen sei. Friederike Strugholtz aus der Diözesanleitung der Katholischen jungen Gemeinde zeigte sich begeistert vom Gemeinschaftsgefühl zwischen Jung und Alt, das bereits bei der Diözesanen Pastoralwerkstatt im Jahr 2013 und auch beim heutigen Diözesanen Forum greifbar sei.

Weitere Bestandteile der Feier im Hohen Dom waren die Übergabe der Resonanzkarten an Erzbischof Hans-Josef Becker, die zuvor in der PaderHalle aus den Gesprächsrunden der Teilnehmenden zusammengetragen worden waren, sowie eine Meditation zum Thema „Zukunftsbild und … Fragen an mich“. In der Meditation wurden beispielsweise als Impulse folgende Fragen formuliert: Wie finde ich mich im Zukunftsbild wieder? Wie gelangen wir vom Text zum Handeln? Wie können wir aufbrechen und gerade so auch beim Ursprung bleiben?

Erzbischof Becker betont in seinem Hirtenbrief, den er zur Inkraftsetzung des Zukunftsbilds geschrieben hat, dass der künftige Weg des Erzbistums Paderborn auch ein Weg des Gebets sei. Entsprechend lud er im Hohen Dom zum gemeinsamen Gebet mit Worten des Heiligen Franziskus ein: „Höchster, glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, feste Hoffnung und vollendete Liebe. Gib mir, Herr, Gespür und Erkennen, dass ich erfüllen möge deinen heiligen und wahrhaften Auftrag.“ Es folgte eine Zeit der Stillen Anbetung des ausgesetzten Allerheiligsten.

Der Tag endete mit einer feierlichen Aussendung der Teilnehmenden, die den Auftrag erhalten, das Zukunftsbild als Kundschafter in ihre Pfarreien und Einrichtungen vor Ort mitzunehmen und bekannt zu machen. Dazu rief Erzbischof Becker stellvertretend 30 Personen in den Altarraum. Im Anschluss an den Gottesdienst erhielt jeder der über 500 Teilnehmenden eine „Kuriertasche“ mit der Druckversion des Zukunftsbildes und seiner Anlagen im Gepäck. „Ich verbinde damit an Sie alle die Bitte und den Auftrag, in Ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich den Weg der Aneignung des Zukunftsbildes zu beginnen und damit in den Prozess der weiteren Bistumsentwicklung einzutreten. Dieser Weg braucht Sie alle. Er kann nur Kreise ziehen, wenn Sie sich engagieren“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss des Diözesanen Forums 2014.

 

Hintergrund: Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn

Das Zukunftsbild bündelt die zahlreichen Erkenntnisse des zehnjährigen diözesanen Prozesses „Perspektive 2014“, der im Oktober 2004 mit einem Diözesanen Forum in der Katholischen Akademie Schwerte begann. Eingeflossen sind zum Beispiel die Ergebnisse zentraler Veranstaltungen wie der Diözesanen Pastoralwerkstatt im Juni 2013 sowie die Arbeit von Gruppen und Gremien auf Diözesanebene sowie in den Pastoralen Räumen vor Ort. Veranstaltungsreihen wie die „Tage der Berufung“ in den Dekanaten haben das Zukunftsbild ebenso inspiriert wie die inzwischen zahlreichen „Innovativen Projekte in den Pastoralen Räumen“, die vom Erzbistum finanziell gefördert werden.

Das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn ist keine Sammlung von Regelungen, vielmehr eine Richtungsanzeige für die Entwicklung des Erzbistums in den kommenden Jahren. Es beschreibt grundlegende Haltungen, die für eine gute Zusammenarbeit im Erzbistum Paderborn entscheidend sind, sowie theologische und pastorale Leitmotive, die künftig im Vordergrund stehen sollen. Mit der Veröffentlichung des Zukunftsbildes startet im Erzbistum Paderborn zugleich eine mehrjährige Aneignungsphase. Sie dient dazu, die Aussagen des Textes umzusetzen, aber auch zu überprüfen, zu vertiefen und fortzuschreiben.

Das Zukunftsbild, seine Anlagen sowie weiterer Materialien zur Vertiefung stehen unter www.zukunftsbild-paderborn.de zur Verfügung.
 
pdp



Hier finden Sie den Hirtenbrief, den Erzbischof Hans-Josef Becker zum Diözesanen Forum geschrieben hat, und in allen Gemeinden im Erzbistum verlesen wurde.


auf Youtube:
Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn - Videocollage 10 Jahre Perspektivprozess

Zukunftsbild Paderborn - Impressionen Paderhalle

Zukunftsbild Paderborn - Impressionen 2

   
   
Einen übersichtlichen Rückblick auf den zehnjährigen Prozess in unserem Erzbistum gibt der Artikel "Rückblick auf 10 Jahre - "Perspektive 2014": Die Netze neu ausgeworfen" aus der Beilage "Gemeinde lebt" der Kirchenzeitung DerDom (erschienen am 12. Oktober), der uns freundlicherweise von der Redaktion DerDom zur Verfügung gestellt wurde.


aw
 


Zurück zur Übersicht der Artikel

Impuls der Woche
„Freut euch zu jeder Zeit!“ (1 Thess 5,16)
mehr...

Evangelium für den Tag

YOUPAX - Glaube.Liebe.Hoffnung.
Das junge Glaubensportal im Erzbistum Paderborn

mehr...

Treffpunkt Ehrenamt

mehr...

Hospizkreis Warstein
Rufbereitschaft: 0170.9440319
mehr...

Öffnungszeiten der Kleiderkammer
in Belecke

jeden 1. und 3. Dienstag sowie am 1. Donnerstag eines Monats geöffnet.
mehr...

Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung

mehr...

Hier lohnt es sich auch mal reinzuschauen!
Links zu Internetpräsenzen
mehr...

"Einen neuen Aufbruch wagen"
Pastoralkonzept für den Pastoralverbund Möhnetal

mehr...

Das ZUKUNFTSBILD unseres Erzbistums
Berufung. Aufbruch. Zukunft.

mehr...

Unser Erzbistum

mehr...

Unser Dekanat

mehr...

Faire Gemeinde St. Pankratius Belecke
Informationen rund um das Gemeindeprojekt

mehr...