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Zum Tode von Pastor Ernst Müller
Kirchengemeinde Allagen/Niederbergheim trauert um den langjährigen Seelsorger

Etwa 30 Jahre war Pastor Ernst Müller als Seelsorger in Allagen tätig. Am Donnerstag, den 16.11.2017 verstarb er.

Geboren wurde Pastor Müller in Bismarkhütte in Schlesien. Hier verbrachte er seine Kindheit und besuchte dort auch die Grundschule. Danach wechselte er in ein Privatgymnasium in Kattowitz, legte dort seine Reifeprüfung ab und studierte in der Folgezeit in Krakau Theologie - u.a. zwei Semester Moraltheologie beim späteren Papst Johannes Paul II. Im Jahr 1961 wurde E. Müller zum Priester geweiht; 10 Jahre lang war er zunächst in Laurachhütte (Oberschlesien) als Vikar tätig, anschließend wirkte er 5 Jahre in Kattowitz.  Im Bestreben Pastor Müllers, die ihm anvertrauten Christen zu selbständig denkenden, kritisch hinterfragenden Menschen zu erziehen, war eine Konfrontation mit dem Staatskommunismus unausweichlich. 

Als die Schwierigkeiten mit staatlichen Stellen immer größer wurden, verließ Pastor Müller Polen im Jahr 1978 und nahm in Fröndenberg eine Stelle als Vikar an. Im Jahr 1982 ernannte Erzbischof Dr. Degenhardt E. Müller wieder zum Pastor und übertrug ihm die Führung der Kirchengemeinde Allagen/Niederbergheim. Hier nahm er getreu seinem Wahlspruch - „Primus annus oculus“ (im ersten Jahr die Augen öffnen) – zunächst wahr, welche Verhältnisse er an seiner neuen Arbeitsstelle vorfand, um dann bald neue Zeichen zu setzen. Und was Pastor Müller in den etwa 30 Jahren seiner Tätigkeit in Allagen/Niederbergheim an Neuerungen einführte bzw. Ruhendes wiederbelebte, ist überaus beachtlich. So erfuhr die Kolpingfamilie eine tolle Renaissance, wurden Familiengottesdienste sowie Liturgie- und Bibelkreis eingeführt, die Caritas ins Leben gerufen und weitere wertvolle Akzente gesetzt. Schmunzelnd erinnerte sich Pastor Müller an seinen Vorschlag, auch Mädchen zu Messdienerinnen auszubilden: „Die Jungen wollten erst streiken, dass jemand ihnen ihre Domäne streitig machen wollte, sahen aber letztlich ein, dass es nur belebend wirken konnte.“ Eine große Aufgabe bestand darin, die Kirche in Allagen und die Kapelle in Niederbergheim zu restaurieren und den Kindergarten zu erweitern: „Erhebliche Mittel waren dafür von Nöten. Die Finanzierung beanspruchte die Kräfte der Kirchengemeinde aufs Höchste.“

 

Ein absolutes Highlight verwirklichten Ideengeber Pastor Müller und viele Helfer mit dem Bau eines Rosenkranzgartens auf einem Kirchengelände in der Nähe des Pfarrhauses.  Es entstand eine weit und breit einzigartige Anlage als Mittelpunkt der Gemeinde und des kirchlichen Lebens in Allagen/Niederbergheim.  Besucher finden für jedes der traditionellen 15 Geheimnisse eine Station; 14 von ihnen sind jeweils durch ein Kupferbild veranschaulicht. Sie wurden von einem im christlichen Glauben tief verwurzelten schlesischen Künstler gefertigt und von Pastor Müller risikoreich durch den damals noch existenten „Eisernen Vorhang“ nach Allagen gebracht. In ihrer Gestaltung bildet die 15. Station eine Ausnahme. Statt eines Kupferbildes steht im Allagener Rosenkranzgarten eine beeindruckende Kapelle mit einer Marienstatue aus Fatima. Sie soll die besondere Stellung Mariens im Rosenkranzgebet sowie in der gesamten kath. Kirche unterstreichen. Die Marienkapelle inmitten des Rosenkranzgartens ist in ihrer äußeren Form einer Kirche nachempfunden, die Pfarrer Müller in frühen Dienstjahren in Schlesien erbauen ließ.

 

Selbstverständlich gab es auch Rückschläge – so konnte sein Herzenswunsch, in Allagen ein Seniorenheim zu errichten, nicht verwirklicht werden.

Trotz seines Alters war er immer offen für Veränderungen.  So sah er die Notwendigkeit, einen Pastoralverbund zu gründen und stellte fest: „Er ist unvermeidbar – wir sollten alle das Beste daraus machen!“ 

 

In hohem Maße schätzte er das großartige Engagement der kirchlichen und sonstigen Vereine, ohne deren Mitwirken „unsere Gemeinde sicher weniger lebenswert wäre!“

Im Juli 2012 trat Pastor Ernst Müller in den sicher hochverdienten Ruhestand, wohnte seitdem privat in einer Wohnung in Allagen und unternahm allerdings immer wieder Reisen in seine polnische Heimat, wo er am Donnerstag dieser Woche verstarb.

 

 

 

Die Bewohner Allagens und Niederbergheims trauern um ihren langjährigen Seelsorger. Er wird ihnen lange in Erinnerung bleiben, und das umso mehr, als sie Tag für Tag auf Zeichen seines Wirkens treffen und dabei sicher dankbar ein ums andere Mal an ihn denken – und das ist auch gut so!  (Arno Franke)  

mk


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