Die Möhne verbindet die Gemeinden Niederbergheim, Allagen, Mülheim/ Sichtigvor, Waldhausen und Belecke (von links nach rechts)
"Einen neuen Aufbruch wagen"
Pastoralkonzept für den Pastoralverbund Möhnetal


 



Unter dem Psalmwort „Denn wir schauen aus nach dir“ stand vor zwei Jahren die Zwischenbilanz unseres Erzbischofs Hans-Josef Becker auf dem Weg der Perspektive 2014. Auch für uns kann dieses Wort die Überschrift sein, wenn wir als Pastoralverbund Möhnetal im Rahmen dieser diözesanen Perspektiven 2014 über zeitgemäße Wege unseres Christseins nachdenken.

Die Sozialgestalt unserer Gemeinden ist in vielen hundert Jahren gewachsen. Sie hat sich immer wieder verändert. Bis vor kurzem waren wir Wachstum gewöhnt. Finanziell und personell waren die Gemeinden bestens ausgestattet und konnten sich zahlreiche Gebäude und manche Annehmlichkeiten gönnen. Aus vielerlei und allgemein bekannten Gründen ist das nicht mehr so (Rückgang der Kirchensteuereinnahmen, demographischer Wandel, Rückgang von Berufungen zu seelsorglichen Berufen usw.).

Bei solchen Veränderungen können wir nicht so tun, als ginge uns das nichts an. Außerdem sagte mal jemand: „Wer den Kopf in den Sand steckt, knirscht bald mit den Zähnen.“ Es gilt also, den Kopf hochzuheben und Ausschau zu halten – zunächst nach IHM und dann auch nach dem Weg mit IHM und auf IHN zu. Das muss Ziel jeder pastoralen Überlegung sein.
Der Erzbischof sagt es bei der Zwischenbilanz so: „Es geht um nicht weniger als um das Weiterleben des Glaubens in unserer Ortskirche.“ Und dabei gehe es weniger um Strukturfragen, als vielmehr um ein „Mehr an Glaube, Hoffnung und Liebe“ (Rede des Erzbischofs beim Diözesanen Forum, 21.11.2009).

Das könnte die Überschrift sein für den Prozess der Entwicklung eines pastoralen Konzeptes für unseren Pastoralverbund Möhnetal. Seit Anfang letzten Jahres waren damit beschäftigt. Wir haben das im Gleichschritt, aber nicht gemeinsam mit dem Pastoralverbund Warstein getan. Das hatte den Hintergrund, dass wir auf diese Weise einander schon im Blick haben und voneinander hören und ggf. auch lernen. Denn in absehbarer Zeit (geplant ist 2019) werden beide Pastoralverbünde zu einem „pastoralen Raum“, wie er dann genannt wird, verschmelzen.

Zunächst galt es, eine Steuerungsgruppe zu installieren, die den Prozess der Konzeptentwicklung lenkt und voranbringt. Aus allen Gemeinden unseres Pastoralverbundes konnten engagierte Frauen und Männer gefunden werden:
Elisabeth Friederizi und Axel Hagemann für Belecke, Thorsten Gerenkamp und Tobias Piekarz für Allagen-Niederbergheim, Edith Eickhoff und Rudi Martsch für Mülheim-Sichtigvor-Waldhausen sowie von hauptamtlicher Seite Gemeindereferentin Beatrix Jakobi und Pastor Markus Gudermann.

Am 10. März 2011 fand gemeinsam mit den Warsteinern eine Auftaktveranstaltung im Pfarrzentrum Belecke statt. Die zahlreichen Teilnehmer wurden auf die Veränderungen in unseren Gemeinden aufmerksam gemacht, über den Weg der Konzeptentwicklung informiert und für seine interessierte Begleitung motiviert.
Eine gewisse Leichtigkeit bekam der Abend durch die kabarettistische Einlage von Udo Reinecke aus Paderborn („der einzigen Stadt, die sprechen kann: ‚Paderborn hat gesagt…‘“). Thomas Becker vom Kreiscaritasverband Soest vermittelte dann einen ersten Eindruck der nötigen Analyse, indem er die Sinus-Milieu-Studie kurz vorstellte.
Mit dieser Studie sollten sich in den folgenden Wochen die Steuerungsgruppe und Interessierte aus den Pfarrgemeinderäten noch ausführlicher beschäftigen. Der Dekanatsreferent Thomas Mehr hat die Studie genauer und konkret für unseren Warsteiner Raum präsentiert.

Zu erwarten war, dass die „Bürgerliche Mitte“ (31% in unserem PV Möhnetal) und die „Traditionsorientierten“ (24%) hier am stärksten vertreten sind. Die Vertreter der Traditionsorientierten sowie die der Konservativen (3%) fühlen sich eng mit der Kirche verbunden und bringen sich mit ein, während Angehörige der Bürgerlichen Mitte Kirche eher als familiären Nahraum, als Ort für sich und ihre Kinder verstehen.
Überraschend war der verhältnismäßig große Anteil von „Konsum-Materialisten“ (17%) und „Hedonisten“ (13%) in unserem Pastoralverbund. Dieses Drittel unserer Gemeindemitglieder versteht Kirche als sozialcaritativen Rettungsanker bzw. als Hilfe für existenzielle Lösungen und Neuorientierung und würde laut Studie über Kirche behaupten: „Da passe ich nicht rein“ bzw. „Kein Bock auf Spießbürgertum“.
Dies nur als kurzer Eindruck der Ergebnisse, die bei einer weiteren gemeinsamen Veranstaltung in der St.-Petrus-Kirche in Warstein am 29. September 2011 vorgestellt wurden. Außerdem präsentierte dort die Steuerungsgruppen die Befragungsergebnisse, die den Ist-Stand wiedergeben, welche Gruppierungen was in unseren Gemeinden leisten und anbieten.

Am zweiten Adventssonntag 2011 wurde in allen Kirchen unseres Pastoralverbundes eine Dialogpredigt gehalten, in der auf die Umbruchsituation der Kirche eingegangen worden ist und in der einige wichtige Zukunftsfragen gestellt wurden. 
Mit Hilfe von Fragebögen und im Rahmen von "Zukunftswerkstätten", die am ersten Fastensonntag in Allagen, Mülheim-Sichtigvor und Belecke statt fanden, hatte jedes Gemeindemitglied die Möglichkeit, eigene Ideen und Visionen mit einzubringen, wobei sicher schon jetzt klar ist, dass es um die schwierige Aufgabe gehen wird, mit weniger Ressourcen ein „Mehr an Glauben, Hoffnung und Liebe“ zu erreichen.

Im nächsten Schritt haben alle Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände unseres Pastoralverbundes an einem Klausurnachmittag am 12. Mai 2012 die Ergebnisse aus den Gemeinden zusammengetragen und diskutiert.

Nun ist mittlerweile der Prozess der Konzeptentwicklung zu einem vorläufigen Ende gekommen; das Konzept für unseren Pastoralverbund ist erstellt und liegt in gedruckter Form vor. Es steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".

Wir haben uns als katholische Kirche hier vor Ort gemeinsam auf den Weg gemacht und möchten ihn mit Ihnen gestärkt und zuversichtlich weitergehen.

Es ist nun die Aufgabe des Pastoralverbungsrates, das Konzept regelmäßig auf seine Umsetzung, Gültigkeit und Tragfähigkeit hin zu überprüfen.

„Denn wir schauen aus nach dir“, darum wird es uns letztlich gehen müssen, damit wir den Glauben in unseren Breiten unter veränderten Bedingungen lebendig halten.

Machen wir uns gemeinsam auf den Weg mit der Vision einer lebendigen Kirche, die stets unterwegs ist mit der Gewissheit, von Gott begleitet zu sein.
Es geht darum, ein "Mehr von Glaube, Hoffnung und Liebe" erfahrbar zu machen.


Markus Gudermann,
Pastoralverbundsleiter


Pastoralverbundskonzept zum download

 

Oktober 2012


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