Die Möhne verbindet die Gemeinden Niederbergheim, Allagen, Mülheim/ Sichtigvor, Waldhausen und Belecke (von links nach rechts)
Musical „Josef“ eine biblische Geschichte im neuzeitlichen Gewand

Foto: Gaby Schmitz





Es war schon ein Phänomen, das sich am Samstag in der Neuen Aula zeigte – oder sollte man, angesichts der Thematik, gar von Wunder sprechen? Die Zuschauer auf den voll besetzten Rängen erhoben sich von ihren Plätzen, spendeten begeisterten Applaus – das kommt vor. Die Akteure – etwa 70 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren – führten mit dem Musical „Josef“ eine biblische Geschichte im neuzeitlichen Gewand auf. Teenager und Bibel? Der Spagat gelingt ehr selten. Dass sich alle – bevor es auf ihre viertägige „Tournee“ ging und dessen umjubelter Abschluss jetzt in Belecke gefeiert wurde – erst am vergangenen Sonntag zum ersten Mal getroffen hatten, ist - angesichts des grandiosen Ergebnisses – fast nicht zu glauben. Doch der Gruppe aus der Region Soest/Lippstadt – als einer der 37 Chöre der christlichen Organisation „Adonia“  - gelang noch mehr… .

Bereits seit 16 Jahren gibt es den Karlsruher Verein, der sich zum Ziel gemacht hat, in ehrenamtlicher Arbeit „die Leidenschaft der Musik und christliche Jugendarbeit zu vereinen“. Dazu organisieren die Mitarbeiter alljährlich Musicalcamps. In diesem Jahr hieß das, dass die neue Inszenierung „Josef“ von etwa 2500 Jugendlichen gespielt, gesungen und musiziert wurde und die mitreißende Geschichte schließlich von unterschiedlichen Projektchören in 154 Orten aufgeführt wurde.

Erstmalig war es der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden gelungen, „Adonia“ auch in die Stadt Warstein zu holen. In der Kulturinitiative hatten die heimischen Koordinatoren einen kompetenten Partner gefunden. Jaqueline Polifke dankte im Namen aller Mitwirkenden auch den heimischen Pizzerien, die für eine kostenlose Verköstigung der jungen Akteure gesorgt hatten. Mit ihrer Tochter Judith und Sohn Jakob befanden sich auch zwei Mitwirkende aus dem Stadtgebiet unter den Aktiven. Der 14-jährige Allagener verkörperte sogar mit der Figur des Josefs die Hauptrolle. Und das mit großem schauspielerischen und gesanglichen Talent. Einfühlsam zeigte er die Kränkungen die Josef durch seine Brüder erleiden mussten – die ihn schließlich getrieben von Eifersucht und Hass nach Ägypten ins Sklaventum verkauften.
Doch an Gottes Hand – daran angelehnt auch einer der teils fetzigen, teils gefühlvollen Lieder -  hält dieser sich fest und vertraut- Der Verstoßene kommt zu Potifar, dem Obersten Befehlshaber des Pharaos, steigt bald zu dessen persönlichem Referenten auf und verrichtet gute Arbeit. Seine Untergebenen lieben ihn wegen seiner freundlichen Art.
Auch Potifars Frau hat ein Auge auf den schönen jungen Mann geworfen. Sie macht ihm mehrfach Avancen, die Josef allesamt abwehrt. Gekränkt beschuldigt sie ihn der Vergewaltigung. Josef landet im Gefängnis. Dort deutet er Träume von verschiedenen Menschen, die sich bewahrheiten. Als auch dem Pharao Träume die Nachtruhe rauben, bittet er den Gefangenen um Hilfe. „Nach sieben guten Erntejahren werden sieben karge Jahre kommen. Daher solle der Pharao in den guten Erntejahren seine Speicher für die Hungerjahre füllen“, weissagt Josef.
Der Pharao vertraut ihm und ernennt ihn zum zweiten Mann im Land. Die Prophezeiung bewahrheitet sich erneut und während viele Nachbarvölker unter Hungersnot leiden, stehen den Ägyptern genügend Nahrungsmittel zur Verfügung. Das spricht sich herum. Auch Josefs Brüder kommen herbei, um Getreide zu erwerben. Josef erkennt sie. Obwohl sie ihm Unrecht und Leid zugefügt haben, sinnt er nicht auf Rache. Er vergibt ihnen und feiert mit allen ein großes Fest, denn seine Liebe ist stärker als der Hass der Brüder, sein Großmut größer als ihr Verbrechen.

Die, immer noch aktuelle, Geschichte um Liebe und Vergebung bestach neben tollen Sängern, Musikern und Schauspielern durch ihre moderne Inszenierung und überraschenden Handlungsfolgen. Genial bereits der Einstieg. Flüsternd informierten zwei Chormitglieder das Publikum darüber, dass der Hauptdarsteller Geburtstag habe und animierten zum gemeinsamen Ständchen. Dass der mit Gesang, Torte und Fußballtrikot überraschte nicht Jakob, sondern Josef war zeigte sich bald und sorgte von Beginn an für eine Symbiose von Realität und Geschichte.

Da war es auch ganz natürlich, dass die fiesen Brüder Bier trinkend den „Schwachmaten“ Josef ans Leder wollten. Fesseln wurden durch eine Kleberolle ersetzt, das hungernde Volk mit seinen fantasievollen Demoschildern  hinter rot-weißem Flatterband in Schach gehalten, die Untergebenen legten einen flotten Geschirrtuch-Tanz aufs Parkett und am Ende gab es eine tolle Party mit Neon- und Schwarzlicht, fetten Beats und E-Gitarren-Sound. Will man beim Symbolcharakter bleiben, so könnte man sagen: Josef ist Jakob.

Die Aussage der biblischen Geschichte ist auch heute noch lebbar. Wobei wir beim eigentliche „Wunder“ angekommen wären. Dies offenbarte sich den Zuschauern in den Gesichtern der Mädchen und Jungen auf der Bühne. Die zeigten sich in so außergewöhnlichem Maße „erstrahlt“, beseelt und angereichert mit dem gemeinschaftlichen Erlebnis und der Erkenntnis der Gleichung, dass diese Energie geladene Begeisterung auf fast wundersame Weise einfach ansteckte und sich in riesiger Begeisterung entlud.  

Gaby Schmitz


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