Die Möhne verbindet die Gemeinden Niederbergheim, Allagen, Mülheim/ Sichtigvor, Waldhausen und Belecke (von links nach rechts)
"Allem Anfang wohnt ein Zauber inne – Von einem der auszog, Mönch zu werden"
Br. Vincent Grunwald OSB / Br. Symeon Müller OSB

Br. Vincent Grunwald OSB (li.) und Br. Symeon Müller OSB (re.)
Foto: Abtei Königsmünster





„Allem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – dieses zum geflügelten Wort gewordene Zitat Hermann Hesses kommt uns in den Sinn, wenn wir über den Anfang unseres Weges hier in der Abtei Königsmünster nachdenken.

Denn der Tag des Klostereintritts bleibt einem in ganz besonderer Erinnerung. Durch die große Tür der Klosterpforte sind wir auch davor schon oft gegangen – sei  es als Klausurgast oder in den Wochen von „Kloster auf Zeit“, in denen wir ein wenig davon erahnen konnten, wie es sich anfühlt, als Mönch in einer Gemeinschaft mit vielen Brüdern zu leben.

Beide hatten wir schon in unserer Schulzeit die ersten Kontakte mit der Abtei, aber selbst Mönch zu werden, kam uns damals noch nicht in den Sinn. Gespannt, aber natürlich auch sehr aufgeregt waren wir, als wir mit unseren Koffern hier ankamen, unsere Eltern und Geschwister nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit dem Novizenmeister wieder nach Hause fuhren, während wir jetzt in unserem neuen „Zuhause“ angekommen waren – zumindest äußerlich.

Aber auch das noch nicht ganz, denn erst eine Woche nach dem Eintritt wird man als Postulant mit der Tunika, dem schwarzen Ordensgewand, eingekleidet. Bei der Noviziatsaufnahme bekommt man dazu noch das etwas kürzer geschnittene Skapulier, den Schulterüberwurf mit der Kapuze.
Später, nach einem Jahr Noviziat, erhält man mit der Zeitlichen Profess dann das bodenlange Skapulier und nach drei weiteren Jahren bei der Feierlichen Profess die Kukulle, ein weites Obergewand, welches zum Gottesdienst getragen wird.
Man kann also äußerlich gut erkennen, in welchem Ausbildungsabschnitt wir uns auf dem Weg des Hineinwachsens in den Konvent gerade befinden. Zudem haben wir bei der Noviziatsaufnahme unseren Ordensnamen angenommen. In einem Gespräch mit dem Abt darf man selbst drei Vorschläge für den neuen Namen machen, die nach einer längeren Bedenkzeit sozusagen in die „engere Wahl“ gekommen sind. Nach dem Gespräch schreibt man seine Gründe auf, die ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung sind. Das Sprichwort „nomen est omen“ – jeder Name ist ein Vorzeichen - trifft zu: er sagt viel über die Persönlichkeit aus und kann durch die Familie, die Biographie oder die persönliche Einstellung beeinflusst sein. Aber es ist üblich, ihn im Vorfeld nicht zu verraten. Erst bei der Ansprache des Abtes während der Noviziatsaufnahme erfahren die Mitbrüder den neuen Namen.

Am Anfang muss man sich selbst noch daran gewöhnen, dass man sich am Telefon jetzt mit „Bruder Symeon“ bzw. „Bruder Vincent“ meldet oder durch die Mitbrüder so gerufen wird, aber es fühlt sich gut an, dass man durch den neuen Namen und den Habit äußerlich immer mehr dazugehört. Das innere Beheimaten im Konvent dauert natürlich seine Zeit. Seinen eigenen Platz in der Gemeinschaft zu finden, sich in einen neuen Arbeitsbereich einzuarbeiten und  sich an den klösterlichen Tagesrhythmus zu gewöhnen – all das geht nicht von heute auf morgen, aber das erwartet auch niemand.

Im Postulat und im Noviziat hat man sehr viel Zeit für sich, um sich mit diesem Weg auseinanderzusetzen und diese Lebensform einzuüben - dabei  wird man vom Novizenmeister begleitet. Und zum Glück haben auch alle Brüder Verständnis, wenn man mal etwas falsch macht oder noch nicht alle Regeln und Gepflogenheiten kennt. Aber nach und nach wächst man immer mehr hinein in den klösterlichen Alltag und in die Gemeinschaft der Brüder.

Als Überschrift über unser Postulat und Noviziat könnten wir ein Zitat der jüdischen Lyrikerin Nelly Sachs stellen: „Alles beginnt mit der Sehnsucht“. Es ist dieses Grundgefühl mit dem wir unseren Weg hier begonnen haben und das uns seitdem nicht mehr losgelassen hat.

Br. Vincent Grunwald OSB / Br. Symeon Müller OSB

aus: Gruß aus der Abtei Königsmünster 1/2017, S. 4 - 6

 

Die Feier der zeitlichen Profess ist am 25. März um 18.30 Uhr im Rahmen der Vesper in der Abteikirche Königsmünster.

 


Zurück zur Übersicht der Artikel

Impuls der Woche
„In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: …“ (Mt 22, 1)
mehr...

Evangelium für den Tag

App jetzt geht's los.
Das Erzbistum Paderborn hat die neue App des Erzbistums freigeschaltet.

Starten, laden, los – egal ob im Android- oder IOS-Store
mehr...

Treffpunkt Ehrenamt

mehr...

Hospizkreis Warstein
Rufbereitschaft: 0170.9440319
mehr...

Öffnungszeiten der Kleiderkammer
in Belecke

jeden 1. und 3. Dienstag sowie am 1. Donnerstag eines Monats geöffnet.
mehr...

Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung

mehr...

Hier lohnt es sich auch mal reinzuschauen!
Links zu Internetpräsenzen
mehr...

"Einen neuen Aufbruch wagen"
Pastoralkonzept für den Pastoralverbund Möhnetal

mehr...

Das ZUKUNFTSBILD unseres Erzbistums
Berufung. Aufbruch. Zukunft.

mehr...

Unser Erzbistum

mehr...

Unser Dekanat

mehr...

JUPA - Das Jugendportal im Erzbistum

mehr...

Faire Gemeinde St. Pankratius Belecke
Informationen rund um das Gemeindeprojekt

mehr...